In gemeinschaftlichen Wohnprojekten sind viele Entscheidungen zu treffen: Wie soll das Projekt heißen? Wer kriegt welche Wohnung? Wer wird in die Gemeinschaft aufgenommen? Welchen Architekten beauftragen wir?

Entscheidungen führen in vielen Wohnprojekten zu Frust, Enttäuschungen, dem Gefühl, nicht gehört zu werden. Klassische Mehrheitsentscheidungen sind dabei oft die Ursache von Konflikten, die sich erst viel später offen zeigen. Davon wissen viele Projekte ein Lied zu singen. Das zeigte der Austausch beim Wohn-Projekte-Vernetzungstag am 9.11. in Boppard. Eingeladen hat die Landes-Arbeitsgemeinschaft gemeinschaftlichen Wohnen Rheinland-Pfalz (LAG GeWo).

Eine Alternative zur Mehrheitsentscheidung bietet das Systemische Konsensieren. Dazu gab es einen Workshop mit Jochen Hiester, einem Fachmann für Entscheidungsfindung. Beim Konsensieren fragt man nicht nach der Zustimmung für den einen oder anderen Vorschlag – sondern man fragt nach dem Widerstand, den jeder einzelne Vorschlag in der Gruppe auslöst. Man sucht also nicht den Vorschlag mit den meisten „Ja“-Stimmen aus, sondern den Vorschlag, der in der Gruppe den geringsten Widerstand erzeugt.

Erfunden haben die Methode die beiden Österreicher Erich Visotschnig und Siegfried Schrotta, die hier mehr über die Methode berichten.

Wir als WohnKulturHof Pluwig e.V. werden bei zukünftigen Entscheidungen sicher auf diese Methode zurückgreifen.